Unser Autoexperte Olaf Schilling über den neuen Hyundai Ioniq 6 N und die Faszination von E-Sport.
Es ist zwar noch durchaus kühl, doch langsam brennt die Sonne auf den Asphalt des Parcmotor de Castellolí, der auch als Kini Motorpark bekannt ist. Die Rennstrecke liegt rund 62 Kilometer von der spanischen Metropole Barcelona entfernt. In der Boxengasse riecht es nach warmen Reifen, Bremsstaub – und nach Aufbruch. Dann rollt lautlos der Hauptdarsteller an: der Hyundai Ioniq 6 N. Wobei „lautlos“ nur ein Teil der Wahrheit ist. Denn wenige Momente später hämmert künstlicher Motorsound durch den Innenraum des Autos, virtuelle Schaltvorgänge reißen an der Hinterachse, und die flache E-Limousine schießt auf die erste Kurve zu, als hätte irgendjemand bei einem Film den Vorspulknopf gedrückt. Beeindruckend.
Wir durften den brandneuen Ioniq 6 N auf der Rennstrecke testen. Selten zuvor fühlte sich ein E-Auto derart lebendig an. Auf dem engen, technisch anspruchsvollen Kurs zeigt die flache Limousine sofort ihre Stärken: enorme Traktion, präzise Lenkung und ein verblüffend leichtfüßiges Fahrgefühl. Zwei E-Motoren mit bis zu 650 PS und 770 Nm Drehmoment katapultieren den Wagen dank N Boost in rund 3,2 Sekunden auf Tempo 100 und weiter auf bis zu 257 km/h. Beeindruckend, wie stabil und kontrollierbar er selbst bei hohem Tempo bleibt.